Technik „Kettenspannung“

Die richtige Kettenspannung

Je nach Bodenverhältnissen muss die Kettenspannung angepasst werden.

Gerade bei Matschwetter kann es passieren das durch Sand und Dreck zwischen Kette und Kettenblatt das Hinterrad blockiert. Schuld ist meistens eine falsch gespannte Kette. Dazu kommt noch, dass der Verschleiß von Ritzel, Kettenblatt und Kette steigt.

Eine zu straff gespannte Kette sorgt für eine enorme Belastung der Getriebeausgangswelle, Ausgangslager und der Kette. Was schnell zu teuren Schäden im Antriebssystem führt.

 

Letztendlich gibt es nur eine richtige Kettenspannung:

Bei der maximal erreichbaren Spannung durch das einfedern, muss noch Minimalspiel an der Kette vorliegen.

Wer mit vielen unterschiedlichen Übersetzungen fährt, welche auch andere Kettenspannungsdifferenzen ergeben, kann nun wie folgt vorgehen.

Eine genaue Beschreibung der Einstellung befindet sich im Handbuch deiner Maschine! Achtung! Diese Einstellung im Handbuch ist für eine vom Werk gelieferte Kombination: Ritzel – Kettenblatt.

Wo ist der Punkt der größtmöglichen Kettenspannung?

Das Heck des Motorrades muss dazu mit sehr viel Gewicht belastet werden, erfahrungsgemäß wird das Gewicht von 2-3 Personen benötigt. Ergebnis muss sein, dass die Schwinge durch diese Belastung genau parallel zum Boden steht. In dieser Position liegt die größtmögliche Kettenspannung vor, darüber und darunter wird die Kettespannung lockerer. Siehe Bild.

Wenn ich nun diese Parallelität erreicht habe, kann die Kette bei richtiger Kettenspannung noch ca. 15mm nach oben und unten bewegt werden, mit größerem Kraftaufwand bis 20mm.

 

Die zukünftigen Kontrollen können durch eine einzige Person erfolgen:

Da ich nun weiß, dass die Kettenspannung an dieser Kettenstelle ok ist, drücke ich die Kette (in aufgebocktem Zustand des Motorrades) unter der Schwinge nach oben (an der in der Bedienungsanleitung empfohlenen Stelle) und merke/notiere mir die mm Distanz bis zur Schwinge.

Nun wird das Rad weitergedreht und an 2-3 weiteren Stellen der Kette gemessen. Sind diese Werte alle identisch, konnte ich hiermit kontrollieren, dass meine Kette keine partielle Dehnung hatte. Der notierte mm Wert ist auch in Zukunft bei diesem Übersetzungsverhältnis richtig. Ich kenne nun meine richtige Kettenspannung und kann in Zukunft in wenigen Sekunden diese kontrollieren. Sollte ich auf ein drastisch anderes Übersetzungsverhältnis wechseln (16 -40 auf 15 – 48…) muss ich den o.a. Test einmalig neu machen und den dann erreichten Einstellwert in mm notieren und in Zukunft benutzen.

Tip: Mit einem kleinen Brett in der richtigen Höhe kann man schnell die Kettenspannung zwischen Kette und Schwinge überprüfen.

ZUSATZINFO

Problem bei Schlamm!

Dieser klebt auf der Kette und dem Ritzel sowie Kettenblatt, so dass auch bei richtiger Kettenspannung ein blockieren des Hinterrades möglich ist. Je mehr „Matsch”, umso lockerer muss ich die Kettenspannung einstellen. Dieser Wert kann über die hinteren Kettenspannerschrauben eingestellt werden. Auch für Matschfahrten kann man sich ein Holzbrett anfertigen.

Über Uwe Hannemann 57 Artikel
DMSB Junioren-Trainer E-Mail: Uwe.Hannemann@MSC-Munster.de